Quelle: https://www.diagnose-funk.org/basiswissen/strahlungsarme-alternativen/optische-drahtlose-datenuebertragung-vlc-lifi

Faktenblatt Nr. 409

diagnose:funk ist eine unabhängige Umwelt- und Verbraucherschutz-Organisation, die sich seit 2009 für den Schutz vor elektromagnetischer Strahlung einsetzt. Unser Motto: Technik sinnvoll nutzen!

 

www.diagnose-funk.org Stand: 2/2025, Mehr Infos unter: www.diagnose-funk.org/lifi

 

LiFi: Licht statt Funk für die drahtlose Datenübertragung - Gesund, schnell, serienreif – jetzt!

LiFi steht marktreif zur Verfügung

Unter Light Fidelity (LiFi) werden alle Techniken verstanden, die Licht aus dem sichtbaren Bereich oder aus dem nahen Infrarot- und UV-Bereich zur Datenübertragung nutzen. Technische Vorteile sind: Lizenzfreie Frequenzen, keine Störung durch Mobilfunkfrequenzen, hohe Datensicherheit, da Licht nicht durch Wände dringt, und hohe Energieeffizienz. Insbesondere lassen sich extrem große Datenmengen mit hoher Geschwindigkeit übertragen, was der Leistung von 5G entspricht und diese sogar übertreffen kann:

Möglich sind Datenraten bis zu 100 Gbit/s.

 

Datenübertragung mit Licht gelingt durch schnelles Ein- und Ausschalten von LEDs (von 12 MHz (=12 Millionen Mal/Sekunde) bis 100 MHz möglich). Die schnellen Helligkeitswechsel werden von sensiblen Fotodioden am Empfängergerät in elektrische Signale und dann in wahrnehmbare Sinneseindrücke umgewandelt.

 

LiFi-Systeme für die Schule

LiFi für Innenräume entspricht gängigen WLAN-Anwendungen:

Für den Downlink-Kanal werden LEDs der Innenraumbeleuchtung genutzt, meist aber Infrarot-LEDs, die z.B. in die Deckenbeleuchtung integriert werden. LiFi ist insbesondere auch für Schulen eine vielversprechende Alternative zum derzeitigen WLAN: Typische Datenraten liegen zwischen 100 Mbit/s und 1 Gbit/s, die damit den Datenraten der meisten WLAN-Standards (2,4 oder 5 GHz) in nichts nachstehen. Am bedeutsamsten aber ist: Mit LiFi-Syste- men können gesundheitliche Belastungen durch die Dauerbe-

strahlung mit gängigem WLAN insbesondere für Kinder und Jugendliche reduziert oder sogar ganz vermieden werden.

Die Technik ist auf dem Markt erhältlich und bereits in mehreren Schulen in Europa integriert. Die deutsche Firma Burmann bietet für Schulen das System LiFiMAX der französischen Firma Oledcomm an.

Die niederländische Firma Signify bietet unter der Bezeichnung Tru-Lifi einen High-Speed-Internetzugang u.a. für Schulklassen an (Infrarot-Technik und Datenraten von ca. 150 Mbit/s). Die Firma aero-

LiFi bietet ein Plug-and-Play-System u.a. für Schulen und Büros an (Infrarot-Technik mit Datenraten bis 100 Mbit/s). Das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut (HHI) in Berlin bietet ein LiFi-System mit handelsüblichen LEDs für die Raumbeleuchtung an, das Datenraten von 100 Mbit/s bis zu 500 Mbit/s erzielt.

 

Gesundheitliche Risiken

An die Lichtfrequenzen ist unser Organismus biologisch angepasst – im Gegensatz zu den gängigen Mobilfunkfrequenzen. Gesundheitliche Risiken von LiFi können daher nur aufgrund der Lichtintensität

und der Modulations- bzw. Flimmerfrequenzen entstehen. Biologisch negative Wirkungen werden bei hohen Lichtintensitäten über 10 W/m2 oder bei niederfrequentem Flimmern unter 1 kHz beobachtet. Bei LiFi-Systemen in Innenräumen, die mit geringen Intensitäten (<10 W/m2) und hohen Datenraten arbeiten (Flimmern im höheren kHz- bzw. MHz-Bereich) sind negative Wirkungen ausgeschlossen. Hierdurch entstehen nur schwache, natürlich-biologische Wirkungen, die unser Organismus nach derzeitiger Kenntnis toleriert.

Allerdings kann es bei Verwendung des TDD-Verfahrens (zeitgetakteter Wechsel von Senden/Empfangen auf gleicher Trägerfrequenz) bei ungeeigneten Wechselfrequenzen zu Flimmern im niederfrequenten Bereich von z.B. 100 Hz kommen, was gesundheitlich bedenklich ist. Daher sollte das FDD-Verfahren (zeitgleiches Senden/Empfangen auf verschiedenen Frequenzen) genutzt werden.

Trotz dieser eingeschränkten Entwarnung muss bei der Verwendung von LEDs mit weißem Licht auf eine genügend hohe Reduktion des Blaulichtanteils geachtet werden. Außerdem sollten alleLEDs mit einer möglichst flimmerarmen Vorschaltelektronik betrieben und die Verwendung von dimmbaren LEDs vermieden werden.

 

Quellen und Produkte

www.diagnose-funk.org/lifi

www.esmog-shop.com/vlc-lifi/

www.oledcomm.net/lifi-max

www.signify.com/de-de/innovation/trulifi

www.aerolifi.com/lifi-products

www.hhi.fraunhofer.de/abteilungen/pn/forschungsgruppen/

optische-metro-zugangs-und-inhausnetze/indoor-lifi.html